| Scheinbar
wurden auf den Fotos faszinierende Landschaften festgehalten, die man vielleicht
in der Sahara oder auch den Nationalparks im Südwesten der USA vermuten
möchte: u.a. bizarre Felsklippen, endlose Wüstenebenen, langgezogene
Dünenketten und sogar Vulkane. Und doch wurden nur Sandablagerungen
in heimischen Gruben abgebildet. Vermeintliche Landschaften mit scheinbar
riesigen Abmessungen erweisen sich als kleine Strukturen im Sand, meistens
nicht größer als einige Dezimeter oder wenige Meter.
Die
Aufnahmen werden in der Ausstellung mit Objekten kombiniert, die geologische
Zusammenhänge rund um Sand- und Kiesvorkommen für den Besucher
im unmittelbaren Sinn "begreifbar" machen. Bodenprofile, Gesteinsproben,
Modelle und spielerische Experimente erklären, wie Felsengebirge zu
Kies und Sand zerfallen, welche dann als Passagiere von Flüssen, Stürmen
oder Gletschern über die Erdoberfläche reisen, irgendwo abgelagert
und schliesslich wieder zu festem Gestein verbacken werden. Einbezogen
wird auch die Station, die Kiesgerölle und Sandkörner in unserer
Industriegesellschaft machen, in Form von Beton, Kalksandsteinen und vielen
anderen Industrieprodukten. Konflikte rund um Abgrabungen werden dabei
ebenso thematisiert wie die Renaturierung und Rekultivierung der Abgrabungsstätten.
Kurze, auch für Laien leicht verständliche Texte vermitteln dazu
notwendige Informationen.
Allerdings
ist die Ausstellung mehr als eine wissenschaftliche Dokumentation von Naturphänomenen.
Sie fordert auch vom Besucher, sich auf einen veränderten Blickwinkel
einzulassen, Natur auch in einem besonderen Mikrokosmos „vor der eigenen
Haustür“ bewußt wahrzunehmen. So wird der Besuch der Ausstellung
zu einem ebenso unterhaltsamen wie lehrreichen Streifzug durch Sand- und
Kiesgruben, einen bemerkenswerten heimischen Typ eines Naturraumes, der
sonst oft mit einem negativen Image behaftet ist, dem aufmerksamen Besucher
aber vielfältige, unerwartete Naturerlebnisse bieten kann.
Für
zuhause: Das Buch
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