Trockenabbau
Nassabbau
- Kies- und Sandgewinnung unterhalb des Grundwasserspiegels |
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Für
den Einzelnen ebenso wie für Unternehmen und öffentliche Institutionen
ist es heute selbstverständlich, dass mineralische Rohstoffe und die
daraus gewonnenen Produkte bei Bedarf jederzeit in der gewünschten
Menge am gewünschten Ort zur Verfügung stehen. Dass betrifft
nicht nur Kies und Sand, sondern ebenso Natursteine, Kalk, Gips, Zement
oder Ton. Ob öffentliche, gewerbliche oder private Bauten wie Wohnungen,
Verwaltungs- und Industriegebäude, Verkehrswege, Schulen, Krankenhäuser
oder Sportstätten – wer würde heute ernsthaft darauf verzichten
wollen? Darüberhinaus dient Sand als vielseitiger Rohstoff für
zahllose Produkte des täglichen Bedarfs (vom Glas bis hin zum Computerchip),
ohne die viele Errungenschaften unserer Industriegesellschaft nicht denkbar
wären ( ®
Quarzsand).
Die
volkswirtschaftliche Bedeutung der heimischen mineralischen Rohstoffe lässt
sich schon mit wenigen Zahlen verdeutlichen: statistisch gesehen verbraucht
jeder Bundesbürger mehr als 600 t dieser Rohstoffe in seinem Leben:
324 t Kies und Sand, 170 t Hartsteine, 99 t Kalkstein und 25 t Ton ( ®
Wirtschaftsdaten).
Rechnet man die Mengen in ein Volumen um, entspricht das allein bei Sand
und Kies pro Bundesbürger einer Säule mit einem Quadratmeter
Grundfläche, die fast 200 m hoch wäre – oder besser ausgedrückt:
tief, denn die Rohstoffe werden durch Abgrabungen irgendwo in der Landschaft
gewonnen.
Um
ihre Verfügbarkeit sicher zu stellen, bedarf es genauer Kenntnisse
des geologischen Untergrundes. Rohstoffe können eben nur dort gewonnen
werden, wo sie auch in ausreichender Menge vorkommen. In der Bundesrepublik
haben die Geologischen Dienste die Aufgabe übernommen, nutzbare
Lagerstätten der Steine- und Erden-Rohstoffe zu erfassen und in Kartenform
darzustellen. Deutschland verfügt über ein großes Potenzial
an Sand- und Kieslagerstätten. Allerdings steht wahrscheinlich nur
ein Drittel der Vorkommen irgendwann zum Abbau zur Verfügung. Die
restlichen zwei Drittel werden wohl nicht genutzt werden können, denn
vorhandene Vorkommen werden in immer größerem Umfang durch Siedlungsausdehnungen,
Verkehrsinfrastrukturausbau, Wasserschutzgebiete etc. überplant.
Hinzu
kommt, dass die Ereignisse in der geologischen Vergangenheit, denen die
Bundesrepublik ihre Kies- und Sand-Lagerstätten verdankt, auch Konfliktstoff
für die heutige Zeit mitgeliefert haben. Denn die Rohstoffe wurden
nicht gleichmäßig flächendeckend über das Land verteilt,
sondern können geologisch bedingt eben nur in bestimmten Gebieten
gewonnen werden. Das gilt insbesondere für die hochwertigen Kies-
und Sandvorkommen, die in eiszeitlichen Flusstälern entlang von Rhein,
Main, Donau, Weser, Elbe, Oder usw. konzentriert wurden. Flussnahe Lagerstätten
müssen die Versorgung weiter Gebiete mit Rohstoffen für die Bauindustrie
übernehmen, die den eigenen Bedarf an Sand und Kies aus geologischen
Gründen nicht selbst decken können. Zudem zieht gerade die Rohstoffgewinnung
in den Flusstälern in besonderer Weise Veränderungen des vertrauten
Landschaftsbildes nach sich. Da der Grundwasserspiegel in den Talbereichen
meist hoch ansteht, verwandeln sich Flächen, die vorher in der Regel
landwirtschaftlich genutzt wurden, vielerorts in eine Seenlandschaft.
Und
so steht der Kies- und Sandabbau heute immer mehr im Kreuzfeuer von Ökonomie
und Ökologie. Die Verwendung von Kies und Sand als Rohstoff für
vielfältige Produkte des täglichen Lebens wird vom Grundsatz
her zwar nicht in Frage gestellt, konkrete Abgrabungsvorhaben aber stossen
vor Ort jedoch fast immer auf Widerstand. Neben erwarteten Belästigungen
durch Lärm oder Staub steht in solchen Fällen meist ein Thema
im Vordergrund: die Sorge um Veränderungen der Umwelt, die mit der
Sand- und Kies-Gewinnung verbunden sind.
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