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In
der heutigen Zeit mit ihren vielfältigen Nutzungsansprüchen an
Freiflächen verbleiben für die Kies- und Sandgewinnung überwiegend
nur noch Flächen, auf denen intensive Landwirtschaft betrieben wird.
Der Abbau selbst erfolgt nur über einen begrenzten Zeitraum. Anschliessend
wird die Abgrabungsfläche der Folgenutzung übergeben, die heute
bereits mit der Genehmigung zum Abbau, schon vor dem ersten Griff der Baggerschaufel,
festgelegt wird. Biotop- und Artenschutz, Naherholung, Angel- und
Wassersport - ehemalige Abgrabungen dienen in der Folge vielen Interessen.
Dass
Abgrabungen auch Chancen für die Natur eröffnen können,
diese Erkenntnis ist in den vergangenen Jahren immer mehr ins öffentliche
Bewußtsein gerückt. Die heutige Landschaft wandelte sich durch
menschliche Eingriffe schon vor Jahrhunderten von einer Naturlandschaft
zur Kulturlandschaft. Ehemalige Sand- und Kiesgruben, die nach ihrer Wiederherrichtung
sich selbst überlassen werden und von weiterer Nutzung durch den Menschen
ausgeschlossen bleiben, können sich zu wertvollen Biotopen weiterentwickeln,
die in der intensiv genutzten Kulturlandschaft der näheren Umgebung
kaum noch zu finden sind. Nicht selten entdecken heimische Tiere und Pflanzen
den neuen Lebensraum schon während der Abbauphase für sich, darunter
auch bedrohte Arten, die auf der Roten Liste stehen. Manche ehemalige Abgrabung
hat sich auf diese Weise mittlerweile in ein rechtskräftig ausgewiesenes
Naturschutzgebiet verwandelt.
Als
praktische Beispiele vorbildlicher Renaturierungen werden im folgenden
Teil Abgrabungen vorgestellt, denen der Deutsche Wiederherrichtungspreis
des Bundesverbandes der Deutschen Kies- und Sandindustrie zuerkannt wurde.
Dieser Preis wurde 2004 erstmals verliehen. Die Bewertung erfolgte dabei
durch eine unabhängige Jury. Bei allen Projekten
wurde die Renaturierung mustergültig auf die örtlichen
Gegebenheiten zugeschnitten.
Aufgrund des anhaltend hohen
Bedarfs an Kies und Sand werden sich Landschaftsräume auch in den
kommenden Jahren weiter durch Abgrabungen verändern. Zur Bewältigung
der damit verbundenen Aufgaben und zur bestmöglichen Nutzung der daraus
resultierenden Chancen ist eine konstruktive Zusammenarbeit gefragt - über
politische Grenzen, behördliche Zuständigkeiten, ökonomische
und ökologische Interessen hinweg.
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