 |
 |
 
 |
Einschnitt
in eine Sandsteinformation,
Bryce
Canyon (USA) |
|
|
 |
Sandstein
verwandte
Begriffe: Buntsandstein, Naturwerkstein
Wenn
Sandablagerungen im Verlauf der Erdgeschichte in größere Tiefen
verfrachtet und durch jüngere geologische Schichten überdeckt
werden, verwandelt sich lockerer Sand durch verschiedene physikalische
und chemische Prozesse langsam in einen festen Sandstein. Bei zunehmendem
Druck und steigender Temperatur werden die Körner an den Kontaktpunkten
stark gegeneinander gepreßt. An diesen Stellen können sich benachbarte
Körner miteinander verzahnen, weil Mineralien wie Quarz infolge des
erhöhten Druckes in Lösung gehen. Parallel dazu wird aus dem
Porenwasser, das zwischen den Körnern zirkuliert, ein Bindemittel
auskristallisiert - meist bestehend aus Kalk und/oder Kieselsäure
-, das die Sandkörner wie ein natürlicher Zement miteinander
verbindet.
 |
 |
Dünnschliff
eines Sandsteins. Der Porenraum wurde zur besseren Erkennbarkeit
blau angefärbt. |
 |
 |
|
Zu
allen Zeiten der belebten Erdgeschichte, über mehr als 500 Millionen
Jahre, entstanden Sande, die im weiteren Verlauf zu Sandsteinen verfestigt
wurden. Es waren zum Teil ganz unterschiedliche Formen von Landschaften,
in denen Sande zur Ablagerung kamen. So gab es etwa zur Perm-Zeit, vor
etwa 280 Millionen Jahren, neben Sümpfen auch ausgedehnte Wüstengebiete
mit Feldern mächtiger Sanddünen. Die älteste Zeiteinheit
der Trias - der Beginn des Erdmittelalters - war phasenweise von
Trockenheit, vorwiegend jedoch durch ausgedehnte Flusssysteme gekennzeichnet.
Diese Epoche trägt ihren Namen sogar nach dem charakteristischen Gestein,
das damals entstand: Buntsandstein. Andere Sandsteine aus jüngeren
Epochen stellten ursprünglich Strandablagerungen oder Sandbänke
dar, die sich in Küstennähe in ehemaligen Meeresbecken gebildet
hatten. |
Foto
oben: ein uralter Sandstrand: Steinplatte des Obernkirchener Sandsteins
mit Sandrippeln auf der Schichtfläche. Die Sandschicht wurde vor ca.
145 Mio. Jahren in flachem Wasser abgelagert.
Foto
rechts: die Externsteine bei Detmold, ehemalige Strandsande des Unterkreidemeeres
in Norddeutschland |
|
 |
 |
|
Nicht
nur Wind und Wasser, auch Tiere und Pflanzen können Spuren im Sand
hinterlassen. Manche Tiere graben im Sand, andere hinterlassen ihre Fährten
auf der Sandoberfläche. Pflanzen oder verendete Tiere können
von Sand überdeckt werden. Viele dieser Spuren sind sehr vergänglich.
Manchmal bleiben solche Spuren jedoch erhalten und überstehen sogar
den Prozess der Gesteinsbildung. Fossile Fährten von Dinosauriern,
versteinerte Knochen, Zähne oder Pflanzen, die uns heute in Sandstein-Formationen
begegnen, geben uns heute Einblicke in längst vergangene Sand-Welten.
Aber
nicht nur für die Wissenschaft sind Sandsteine von großem Nutzen.
Der Porenraum von Sandsteinen gehört zu den bevorzugten Sammelstellen
von Erdöl und Erdgas. In Sandsteinformationen existieren Lagerstätten,
aus denen unsere Industriegesellschaft ungeheure Mengen von Kohlenwasserstoffen
bezieht, die als Energiequellen und als Rohstoffe für zahllose Produkte
des täglichen Lebens genutzt werden. Als Naturwerksteine werden Sandsteine
schon seit Jahrhunderten für Bauzwecke gewonnen und von Steinmetzen
für Mauerwerks- und Fassadengestaltung bearbeitet.
  |
 |