 |
 |
 
 |
 |
|
Formal
definieren Geowissenschaftler Sand als partikuläres
Gesteinsmaterial mit einer Korngröße zwischen
0,063
und 2 mm Durchmesser.
Gesteinspartikel
grösser als 2 mm werden als
Kies und noch grössere (>
63 mm) als
Steine bezeichnet.
Liegt
der Korndurchmesser zwischen 0,063 mm und 0,0002 mm, sprechen Geowissenschaftler
von Schluff bzw.
Silt., bei noch kleineren von Ton.
|
| Charakterisiert
wird Sand vorrangig anhand seines Mineralbestandes, seiner Korngrößenverteilung
sowie seiner Farbe. Für technische Anwendungen können
darüberhinaus auch Eigenschaften der einzelnen Sandkörner wie
Kornform,
Rundungsgrad
und Oberflächenstruktur von Bedeutung sein. Alle Merkmale werden
in irgendeiner Weise von geologischen Vorgängen bestimmt.
Mit
wenigen Ausnahmen sind Sande das Produkt mechanischer und chemischer ®
Verwitterung
von Gesteinen. Von daher entscheidet zunächst einmal das Ausgangsgestein
über die Zusammensetzung eines Sandes. Wenn etwa dunkle vulkanische
Gesteine verwittern wie der Basalt auf dem Foto rechts, bildet sich ein
entsprechender "schwarzer" Sand, wie man ihn zum Beispiel an Stränden
auf Hawai oder den Kanarischen Inseln findet. |
 |
 |
Setzt
sich ein Gestein aus verschiedenen Mineralen zusammen, beispielsweise ein
Granit (Bild rechts, zur Erinnerung an die Schulzeit: besteht überwiegend
aus Feldspat, Quarz und Glimmer), sind diese Minerale zumindest anfangs
auch in seinem Zerfallsprodukt enthalten. Wird der Sand jedoch über
weite Strecken transportiert oder unterliegt er einer intensiven chemischen
Verwitterung, werden weichere bzw. chemisch weniger stabile Minerale wie
die Glimmer und die Feldspäte nach und nach zerstört oder aufgelöst.
Das Endprodukt ist dann meistens ein mehr oder minder reiner ®
Quarzsand. |
 |

linkes
Foto: Granitgeröll
rechtes
Foto: Sand mit den Hauptbestandteilen eines Granites. Die gut erhaltenen
Glimmer (G) und die eckigen Quarzkörner (Q) verraten, dass der Sand
nicht weit verfrachtet wurde. |
Einige
eher seltene Sandkörner unter der Lupe. Von links nach rechts: Disthen-,
Hornblende- und Chromit-Kristalle
Größere
Flüsse nehmen in der Regel Verwitterungsschutt verschiedener Gesteinstypen
auf. ®
Flusssande wie der Wesersand
(Foto rechts) enthalten dementsprechend ein Sammelsurium unterschiedlicher
Gesteinspartikel. Deren Herkunft läßt sich anhand der begleitenden
® Kiesgerölle
leicht ermitteln.
 |
 |
  |
 |
| Wesersand
enthält Partikel aus unterschiedlichen Gesteinen |
Das
Endprodukt der Verwitterung - Quarzsand |
|

| Natürlich
vorkommender Sand besteht in der Regel aus einem Gemenge von Körnern
unterschiedlicher Grösse, in dem auch Anteile von Kies, Schluff oder
Ton enthalten sind. Die genaue Zusammensetzung eines Sandes wird im Labor
bestimmt, indem der Sand nach DIN-Norm in einzelne Korngrössenklassen
- die
Kornfraktionen - gesiebt und die Anteile der verschiedenen
Fraktionen bezogen auf das Gesamtgewicht der Probe ermittelt werden. Daraus
wird eine Grafik erstellt, die sogenannte Sieblinie, deren Verlauf
dem Fachmann schon auf den ersten Blick Aufschluss über das Korngrößenverteilung
einer Probe gibt. Während beispielsweise Flussablagerungen ein breites
Spektrum von Korngrössen aufweisen (von Tonpartikeln bis hin zu großen
Steinen), umfassen ®
Flugsande nur ein engen Bereich
(Schluff, ®
Feinsand bis Grobsand). |
|
|
Wer
einmal einen Sandstrand an Nord- oder Ostsee "unter die Lupe" genommen
hat, wird festgestellt haben, dass der Meeressand neben Gesteinspartikeln
auch Fragmente von Schalen oder Gehäusen von Muscheln, Schnecken etc.
enthält, die meist aus Kalk aufgebaut sind, den die Organismen dem
Meerwasser entzogen haben. Eine spezielle Art von Sand, der fast ausschließlich
aus Kalkpartikeln besteht, findet sich auf den Bahamas und anderen Karibik-Inseln.
Der sogenannte ®
Karbonatsand enthält
neben Schalenbruchstücken auch unzählige kleine Ooide, Kalkkügelchen,
die im warmen Flachwasser auskristallisieren. Noch exotischere Kristallisationsprodukte
| finden
sich im US-Bundesstaat New Mexico. Die Dünen der ®
White
Sands bestehen aus zusammengewehten Gipskristallen, die bei der Verdunstung
eines ehemaligen Salzsees entstanden waren. |
  |
 |
 |
 |
| oben:
Strandsand (Portugal) mit zahlreichen Schneckengehäusen, daneben sind
vorwiegend Quarzkörner zu erkennen.
links:
Karbonatsand |
|
Ebenso
vielfältig wie die Zusammensetzung sind auch die Farbtönungen
natürlicher Sande.
Wüstensande
aus heißen, trockenen Klimazonen etwa weisen meist bräunliche
bis rötliche Verfärbungen in diversen Schattierungen auf. Ursache
sind feine Partikel aus natürlichen Eisen-Verbindungen, die die größeren
Körner (meist Quarz) bedecken. Riesige Mengen solcher rotbrauner Sande
entstanden auch schon in lange zurückliegenden geologischen Epochen
wie der Rotliegend-Zeit und der Buntsandstein-Zeit. |
 |
oben:
Wüstensand aus Dubai |
Niedersächsische
Quarzkörner
mit
"Eisenoxid-Puder" |
 |
 |
|
|
 |
| Auch
in heimischen Sandgruben lassen sich stellenweise Sande mit entsprechenden
Verfärbungen finden, bedingt durch Eisen-Verbindungen, die im Porenraum
des Sandes aus dem Grundwasser ausgefällt wurden. Begleitende Mangan-Ausfällungen
sorgen daneben manchmal für schwarze Farbtupfer (Fotos rechts). Solche
Verfärbungen bilden beliebte Motive für die Herstellung künstlerisch
wirkender ®
Bodenprofile. |
|
 |
Farbliche
Sand-Besonderheiten aus Niedersachsen.
Zum
Vergleich in der Mitte ein reiner Quarzsand. |
 |
Die
Palette heimischer Sandfarben ist damit aber noch längst nicht erschöpft,
wie nebenstehendes Foto zeigt. Die grüne Farbe der Probe 1 wird durch
das Mineral Glaukonit verursacht, das sch unter bestimmten Bedingungen
am Meeresboden bildet. Betrachtet man den grauen Sand (2) unter dem Mikroskop,
stellt man fest, dass er aus einer Mischung heller Quarzkörner und
dunkler Braunkohlepartikel besteht. Mikroskopisch kleine Schwefel-Kristalle
im Sand sind verantwortlich für die gelbliche Farbe der Probe 3. Probe
4 schließlich verdankt ihren Rosa-Farbton der Eigenfarbe der Quarzkörner
selbst ("vewitterter Rosenquarz"). |
| Wenn
Sandkörner von Wind, Wasser oder Eis transportiert werden, unterliegen
sie einem mechanischen Abrieb. Stärker abgerundete Körner haben
daher meist eine längere Reise hinter sich als eckige Sandkörner.
Allerdings spielt dabei auch die unterschiedliche Härte der Mineralkomponenten
zu eine große Rolle. Besonders gut gerundet sind Strandsande, die
über lange Zeit in der Meeresbrandung aufgewirbelt werden. |

Quarzkörner
- eckig und gerundet |
| Kommen
Sandkörner zeitweilig oder dauerhaft zur Ruhe, werden sie in ®
Schichten abgelagert. Neben
den schon beschriebenen Merkmalen entstehen in einer Sandfolge weitere
Merkmale, anhand derer sich beispielsweise rekonstruieren lässt, ob
der Sand ehemals am Strand, auf einer ®
Düne oder in einem
®
Fluss abgelagert wurde -
unter Umständen auch noch nach vielen Millionen von Jahren, wenn der
Sand längst zu einem ®
Sandstein verfestigt ist.
Sand
ist auch ein beliebtes ®
Sammelobjekt. Wer einen
optischen Eindruck von der ungeheuren Vielfalt weltweit gesammelter Sandproben
gewinnen möchte, dem sei ein Besuch auf der Seite von ®
Loes Modderman empfohlen. |
  |
|
|
|
|
|
 |