Am Institut für Geologie und Paläontologie der Universität Halle wurde um 1930 unter Leitung von Prof. E. VOIGT eine Präparationsmethode entwickelt, die es erlaubt, geologische Schichten aus Sand- und Kiesgruben zu bergen, ohne dass der natürliche Zusammenhalt der Kornpartikel verloren geht - die sogenannte Lackfilmtechnik.

Dazu wird der gewünschte Teil einer Grubenwand zunächst mit einer Kelle geglättet und anschließend gleichmäßig mit einem geeigneten Lack besprüht. Beim Trocknen des Lackes werden die ursprünglich lockeren Sedimentpartikel zu einer 'Scheibe' verfestigt, die in der Regel nur wenige Millimeter dick ist. Zur Verstärkung wird darauf ein poröses Stofftuch geklebt, mit dessen Hilfe das Profil von der Grubenwand abgelöst und schließlich auf eine Holzplatte aufgezogen werden kann. Auch wenn die Methode an sich sehr einfach erscheint: um erstklassige Lackprofile herzustellen, bedarf es vor allem zweier Komponenten: eines hochwertigen Bindemittels für die Sandkörner und erheblicher praktischer Erfahrung. Da Lackprofile nicht nur wissenschaftlichen Zwecken dienen, sondern zum Teil sogar als Kunstobjekte vermarktet werden, ist die individuelle Rezeptur das eigentliche Geheimnis jedes erfolgreichen "Lackfilmers".

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Lackprofile sind zunächst geowissenschaftliche Dokumente. Aber man muß kein Geowissenschaftler sein, um die ästhetische Wirkung zu entdecken, die natürliche Schichtfolgen von Sand, Kies, Ton oder auch Braunkohle auf den Betrachter ausüben können. Dazu trägt manchmal auch die dreidimensionale Oberflächenstruktur bei, die Lackprofile in der Regel auszeichnet. Sie entsteht, weil der aufgesprühte Lack in die einzelnen Schichten unterschiedlich tief eindringt, je nach deren physikalischen Eigenschaften. Schichten, in die der Lack weiter einzieht, haben nach der Trocknung ein höheres Relief, Schichten mit einer geringeren Eindringtiefe ein geringeres Relief. Da sich die Zusammensetzung und Struktur geologischer Ablagerungen räumlich gesehen stetig ändern, stellt jedes Lackprofil ein Unikat dar.

Die nebenstehenden Fotos zeigen einige Lackprofile aus Sandgruben in Niedersachsen. Es sei nochmals betont: sämtliche Strukturen und Farben sind naturbedingt !
 
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Eine Literaturliste zum Thema finden Sie unter
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